DER ANTWERPENER FLÜGELALTAR
 

In St. Petri steht das imposanteste Kunstwerk, das sich in Dortmund aus dem Mittelalter erhalten hat. Bei der Schreibung dieses Flügelaltars stellen sich unweigerlich Superlative ein: Es handelt sich um den größten flämischen Altar des Mittelalters, um eines der größten kirchlichen Bildwerke der Gotik überhaupt, und um eines der bildreichtsten plastischen Kunstwerke Europas.
Die Zahl der Darstellungen ist so groß, dass nicht ein Paar Flügel genügte, vielmehr wurden zwei Paar Flügel geschaffen. Dadurch ist es möglich, den Flügelaltar in drei verschiedenen Zuständen, sogenannten "Wandlungen" zu zeigen. Die Menschen im Mittelalter haben allerdings die meisten Bilder nur selten sehen können, denn seinerzeit war der Flügelaltar überwiegend geschlossen. Geöffnet wurde er nur zu besonderen liturgischen Anlässen. Die mit hunderten vergoldeter Figuren ausgestattete Innenseite, nach der der Flügelaltar auch gern mit "Das Goldene Wunder" bezeichnet wird, war nur an wenigen kirchlichen Festtagen zu sehen.

Der Flügelaltar von St. Petri zählt mit 7,4 m geöffneter Breite und 5,6 m Höhe zu den größten Antwerpener Schnitzaltären. Er wurde 1522 von Dortmunder Franziskanern in Auftrag gegeben.


Der geschlossene Flügelaltar (ursprünglich die Alltagsansicht) - zu sehen in St. Petri in der Karwoche (Woche vor Ostern)


Die Gemäldetafel (ursprünglich die Sonntagsansicht) - zu sehen in St. Petri von Sonntag nach Pfingsten bis zum Erntedankfest


Die Festtagsseite - "Das Goldene Wunder" zu sehen in St. Petri vom 1. Sonntag im Oktober bis zur Karwoche und von Ostern bis Pfingsten

 

Altarwandlung von der Gemälde auf die Goldseite
Mittwoch | 23. September 20 | 17–18.30 h

 

Einzelbilder aus der Gemälde- und der Goldseite des Antwerpener Altars
in der Petrikirche

Mittwoch | 2., 9., 16., 23., 30. September | 7., 14., 21. Oktober 20 | 17–18.30 h
Leitung: Christel Schürmann, Pfarrerin
Im nächsten Jahr wird das berühmte franziskanische Altarretabel in der Petrikirche 500 Jahre alt. Trotz vieler Publikationen fehlen genaue Einzelbetrachtungen der Bilder und Szenen. Im Altarraum sitzend betrachten und beschreiben wir an jedem Mittwoch ein einzelnes Bild zunächst der Gemäldeseite und ab Oktober der Goldseite. Wir diskutieren theologische und kunsthistorische Bedeutungen. Gelegentlich werden uns Fachmenschen mit geschultem Auge und Hintergrundwissen begleiten. An zwei Nachmittagen wäre das vorbereitende Lesen von Aufsätzen hilfreich.
Christliches Vorwissen ist nicht erforderlich; die kritische und wertschätzende Auseinandersetzung mit christlichen Traditionen ist wesentliches Element dieses Seminars. Die Teilnahme ist für Sie kostenfrei. Gern können Sie auch an einzelnen Terminen teilnehmen. Bitte Mund-Nasen-Schutz mitbringen. Anmeldung bis 24.8. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!